Künersberger Fayencen

Die Künersberger Fayencen stellen ein Herzstück der Sammlung des Stadtmuseums Memmingen dar, über 250 Stücke werden hier bewahrt.

Der Name dieser weißen, zinnglasierten Keramikwird abgeleitet von der italienischen Stadt Faënza (französisch Fayence). Der Memminger Bürger Jakob von Küner, der in Wien geschäftlich erfolgreich war, etablierte hier diese porzellanähnliche Keramik auf hohem wirtschaftlichem, technischem und künstlerischem Niveau. Sie zählen sowohl in Form und Dekor als auch was die Qualität anbelangt zu den bedeutendsten Stücken im deutschen Raum.  Die damaligen Memminger Brenner und Dreher verstanden es, handwerkliches Geschick und technisches Können perfekt zu verbinden. Die Former und Maler bestachen durch eine ausgefeilte Malkunst und einen sicheren Griff nach wohlbemessenen Proportionen.

Der Memminger Bürger Jakob von Küner, der in Wien geschäftlich erfolgreich war, etablierte hier diese Porzellan-ähnliche Keramik auf hohem wirtschaftlichem, technischem und künstlerischem Niveau. Im Jahr 1744 begann Jakob von Küner, in der Krautstraße in Memmingen, Fayencen herzustellen. Wegen der Feuergefahr verlagerte er 1745 die Fertigung zu seinem Landgut in Künersberg in eine neue Manufakturanlage. Ein Privileg von Kaiser Franz I. schützte die neue Fabrique vor Konkurrenz.

Die Manufaktur bestand nur 20 Jahre in denen traumhafte Gefäße, Tafelservice und Ziergeschirre mit Jagddekoren, Chinoiserien und floralen Dekors entstanden. Heute sind sie enorm selten, kostbar und gesucht sind.

Künersberger Fayencen werden in Museen weltweit ausgestellt unter anderem im: Porzellanmuseum München, Metropolitan Museum of Art (New York), Maximilianmuseum (Augsburg), Bayerischen Nationalmuseum (München), Schweizerischen Landesmuseum (Zürich), Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Bayerischen Gewerbemuseum (Nürnberg) und im Museum Angewandte Kunst (Frankfurt am Main).

 

 

In der neuen Sammlungsschau werden drei Schwerpunkte präsentiert, die im Rahmen der Ausstellung „Traum.Stadt.Museum – 2019“ durch eine Umfrage der Besuchenden  bestimmt wurden.

Ein Highlight stellt die Neupräsentation der Künersberger Fayencen dar. Sie sind ein Herzstück im Sammlungsbestand. 1745 führte der Memminger Bankier Jakob von Küner den Warenbegriff Künersberger Fayence ein. Er steht für außergewöhnliche Dekors und Formschönheit sowie erstklassige Edelkeramik. Jakob von Küner etablierte diese porzellanähnliche Keramik auf hohem wirtschaftlichen, technischen und künstlerischen Niveau.