Barock Ballett: Gemälde von Johann Heiss


Johann Heiss

Der Barockkünstler und Hofmaler Johann Heiss (1640-1704) absolvierte seine Lehrjahre bei Johann Conrad Sichelbein und Johann Sichelbein. Von 1663-64 war er in Diensten des württembergischen Herzogs Eberhard III. Ab etwa 1669/1670 lebte er wieder in Memmingen, wo er eine Reihe von Historienbildern schuf, die sein überregionales Renommee begründeten und zur Erwähnung in Sandrart‘s Teutscher Akademie von 1675 führte. 1674 schuf er für die Augsburger Ev. Hl. Kreuz-Kirche die Taufe Christi. Auch nach seinem Umzug nach Augsburg im Jahr 1677 blieb Heiss Memminger Bürger.

Präsentiert werden die Werke von Johann Heiss u.a. in der Barockgalerie im Schloss Ludwigsburg, im Herzog Anton Ulrich-Museum (Braunschweig), in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, im Germanischen Nationalmuseum (Nürnberg), der Deutschen Barockgalerie (Augsburg), dem Zeppelin Museum Friedrichshafen und der Staatsgalerie (Stuttgart). Im Ausland ist er vertreten durch Werke im Louvre (Paris), im Kunsthistorischen Museum (Wien) und der Eremitage (Sankt Petersburg).


Vier-Jahreszeiten-Zyklus

Die „Vier Jahreszeiten“ von Johann Heiss gelten als eines seiner Hauptwerke. Die vier Gemälde präsentieren nicht nur beeindruckendes Format und Komposition, sondern auch Erfindungsreichtum und Gestaltungskraft des damals 36-jährigen Künstlers. Die differenzierte Farbpalette und trefflichen Motive verleihen dem Zyklus eine zeitlose Faszination jenseits der allegorisch-humanistischen Aussage. Die Allegorie der Jahreszeiten, in Italien inspiriert, zeigt Frühling als Liebesfest, Sommer als Erntefest, Herbst als Zeithuldigung und Winter als Karneval. Der Zyklus dokumentiert barocke Festkultur und zählt zu den bedeutendsten Gemäldezyklen der deutschen Malerei dieser Epoche.

Frühling, Sommer, Herbst, Winter (v. l. n. r.): Johann Heiss, 1676, Öl auf Leinwand
Leihgabe der Sparkassenstiftung Memmingen-Mindelheim


Vier-Elemente-Zyklus

Der in Augsburg entstandene Zyklus zeigt eine vielfigurige Komposition, die in typischer Barockmanier Allegorien der Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft ins Bild setzt. Der Erfindungsreichtum und die Gestaltungskraft des schwäbischen Künstlers überzeugen mit einprägsamen Figuren, meisterhaften Hell-Dunkel-Effekten, einem sorgsammodellierenden Pinselduktus und gelungenen Genreszenen. (Hans-Wolfgang Bayer)

Erde, Luft, Wasser, Feuer (v. l. n. r.): Johann Heiss, 1690, Öl auf Leinwand
Leihgabe der Sparkassenstiftung Memmingen-Mindelheim / Ernst von Siemens Kunststiftung